Biographie

Aus etwas Distanz sieht es so aus, als hätte Frenzi Rigling Botschaften an den Wänden hinterlassen. Kommt man näher, zerfällt der Text jedoch in unlesbare Chiffren. Die bunten Fragmente sind keine Buchstaben, sondern deren Zwischenräume.

 

Frenzi Rigling sucht in ihrer künstlerischen Arbeit Zwischenräume auf. Auslassungen und Leerstellen. Das, was zwischen den Zeilen steht. So findet sie in den lyrischen Romanen von Corinna Bille (1912-1979) das zu Papier gebracht, was deren Frauenfiguren – und viele Frauen – nicht in Worte fassen können. Rigling wirbelt diese Worte in die Luft und lässt sie sich selbst neu zusammensetzen.

 

Sie nimmt die Stoffreste ihrer Mutter zur Hand. Textile Überbleibsel, von denen ihre Mutter nicht sagen konnte, warum sie sie aufbewahrt hat. Leerstellen lassen das Kleid erkennen, dass daraus einmal genäht wurde. Rufen eine Bluse auch nach Jahrzehnten noch in Erinnerung. Aus den Auslassungen entstehen Landkarten. Diesmal festgehalten mit einem dicken, weißen Faden auf dem blauen Untergrund sehnsüchtiger Möglichkeiten.