Manfred Wakolbinger

Biographie

1952 in Oberösterreich geboren, absolvierte Manfred Wakolbinger eine Ausbildung in Metallbearbeitung und Werkzeugbau. Mit seiner Ehefrau Anna Heindl befasste er sich zunächst mit Schmuckdesign, besuchte aber auch Seminare bei Bazon Brock auf der Angewandten in Wien. Seit den 1980er Jahren ist der Künstler in internationalen Ausstellungen präsent, u.a. auf der Documenta 8 oder der Biennale von Venedig.

Manfred Wakolbinger ist wie viele Künstler ein Suchender. Er haucht seinem bevorzugten Werkstoff, dem Metall, gleichsam Leben ein. In seinen Metamorphosen konfrontiert er Metall mit anderen Materialien, setzt es aus, stellt es zur Schau und bleibt zugleich immer ein zärtlicher Beobachter seines Arbeitsprozesses.

Wakolbinger liebt es, mit seinen Werkstoffen körperliche Prozesse darzustellen und adressiert dabei bewusst alle Sinne der Betrachter; so etwa im Zyklus ”Zungen“ von 2018-19, in dem er das weiche, warme Kupfer zu Zungen formt, und diese auf dem kalten Betonsockel bloßstellt, oder in der Werkreihe ”Circulations“ von 2017-18, in der Edelstahlrohre wie offengelegte Ströme des Körperinneren raumgreifend an die Wand montiert sind.
Die Schwarz-Weiß-Fotoarbeiten aus der Serie ”Reversal“ 2018-19 sind Darstellungen von Tiefseelebewesen und direkt sowie als Einheit mit den ”Circulations“ verbunden. Die Aufnahmen sind vom Künstler selbst unter schwierigen Bedingung aufgenommen worden und machen die Körperlichkeit sowohl der Tiere, als auch die des Fotografen für den Betrachter spürbar. Durch technische Eingriffe in den Prozess der Fotografie entstehen Arbeiten aus einem Zwischenreich, einer Bildwelt zwischen Naturfotografie und Erfindung.