Rita Nowak

Werke

Biographie

Rita Nowak

Rita Nowak ist eine etablierte österreichische Künstlerin, die mit inszenierter Fotografie arbeitet. Ihre Herangehensweise ist malerisch und bezieht sich gelegentlich auf alte Meister wie Bosch, Goya und Manet. Ein starkes Gefühl für visuelle Metapher zieht sich durch ihre Arbeit, und die Mise-en-scène und Symbolik sind oft authentisch mit den Abgebildeten verbunden, viele von Ihnen sind selbst Künstler.

 

Rita Nowak wurde 1979 in Wels, Österreich geboren und lebt derzeit in London.
Sie studierte bildende Kunst an der Akademie der bildenden Künste in Wien, Meisterklasse für künstlerische Fotografie.

 

Sie erhielt mehrere Stipendien und Preise und ihre Arbeiten wurden international auf Kunstmessen (Paris Photo, Art Cologne), in Galerien und Museen gezeigt.

 

Einzelausstellungen fanden bisher an folgenden Orten statt: Galerie Konzett, Wien; Smolka Contemporary, Wien; Ritter / Zamet, London; Matthew Bown Gallery Berlin, Marcus Ritter Galerie, Leipzig; Kunsthalle Nexus, Saalfelden; Gemäldegalerie Wien.

Über die Arbeiten

Gelegentlich…

Im Spiegel der Fotografie erscheint der Augenblick als Kristall, kristallin der Blick, der durch das Vergehen blickt, durchs Vergängliche hindurch der Transparenz einer Zeit auf der Spur: Was sich in diesem Widerschein reflektiert, war immer schon für das Festhalten eines Augenblicks und für das Festhalten an einem Augenblick bestimmt. Was sich zu erkennen gibt, ist nicht das Gefundene, das man ins Bild nimmt und dem Vergehen raubt; was sich zeigt, ist andächtig, bildhafter Ausdruck eines Gedenkens einer anderen Zeit, die nur gelegentlich mit der Gegenwart zusammenfällt. Was sich dem Betrachten des gegenwärtigen Bildes anbietet, ist der Schein des Gelegentlichen, von so unbestimmter Natur wie die Erinnerung, die sich nur mit einer Plötzlichkeit zu Wort meldet, spontan und unangekündigt wie ein Gast in der Tür des Vergessenen, so unbestimmt wie die Ränder eines Tagtraums im Gespann offener Augen. Das Gelegentliche schützt den Augenblick vor der Historisierung genauso wie vor dem Kalkül, vor der Berechnung, die sich schon dem Morgen zurechnet, schon verdrängt das stille Staunen. Was sich zeigt, ist immer das Bild eines Augenblicks, der mit Regieanweisungen gemalt wurde, mit dem Spiel von gesetzten Lichtern und Nächtigungen von Schatten, die den Augen das Wort entziehen. Nächtlich bleibt der Sprache nur ein verdrängtes Wissen, ein Ahnen, das aus dem Dunkel spricht. Man weiß nicht, warum die Gesten gerade so mit bestimmten Blicken und Posen kommunizieren: sie finden statt, ereignen sich, gelegentlich, von Bild zu Bild, das der Serie trotzt, sich weigert der Abstraktion. Hier wird nichts gefunden, nichts der Zeit geraubt. Die Lücke zwischen dem Vergehen, das eine Regel übertritt, und seinem Pendant im Kleid der Vergänglichkeit, schließt etwas, das man vielleicht mit einem verstohlenen Blick gleichsetzten könnte: Ein Blick, der sich vergewissert, das eigene Schauen nur halb verborgen sehen zu lassen – als Blick, den man offenen Auges entzieht, nur vergibt und schenkt als Bündnis für ein Geheimnis.

 

Diesen verstohlenen Blick schenkt das Auge der Kamera den Augenblicken, die sich an sie wenden, sich ihr zuwenden als Zeugin, die bezeugt, dass sich nicht wiederholen wird, was sich gerade ereignet, dass sich nicht wiederholen lässt, was die gelegentliche Einmaligkeit des Augenblicks gefährden würde. Darin ist das Fotografieren von Rita Nowak dem Malen verbunden, jedes Bild weniger Foto als Gemälde: Ein Echo davon findet sich in manchen ihrer Arbeiten, die eine Geschichte der Malerei reflektieren, sich pantomimisch mit dem fotografischen Bild an gemalte Vorbilder wenden – weniger im Übernehmen eines Motivs sondern im Übernehmen der Verantwortung, die mit der Malerei verbunden war: im Auftragen von Farben und Linien den Auftrag zu erkennen, den vorgefundenen Bildern andere gegenüber zu stellen, die man suchen und erfinden muss. In diesem Sinne erfüllt kein Bild von Rita Nowak die Anforderungen eines Abbilds. Ihre Bilder wenden sich vom Abbild ab, um den Augenblick erst angesichts des Bildes und im Bild zu entdecken. Was dann erscheint, ist ein Irisieren von Zeit, eine Chromatik des Chronischen, die sich vor allem in den Bildern zeigt, die mit dem Gleichgewicht spielen, mit der Balance zwischen Haltbarem und Unhaltbarem. Das Bild gilt dem Bann, dem Bannen des Augenblicks, der aus dem Vergehen verbannt wird, verstohlen für das Bild inszeniert wird, um dieses nie wieder zu verlassen. Das wird nur erreicht, weil dem Augenblick schon die Qualität eines Bildes innewohnt. Verstohlen blickt aus dem Gelegentlichen schon das Bild oder zumindest die Koordinaten und Requisiten für ein Bild, das aber erst gemacht werden muss, sich bilden muss zum Bild. Im Spiegel der Fotografie von Rita Nowak erscheint die Realität selbst schon als Warteraum für Augenblicke, die auf ihre Gelegenheit warten, gelegentlich in jemandes Augen zu schauen.

 

Andreas Spiegl, 2015

Ausstellungen bei Smolka Contemporary

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