Kaja Clara JooARTE FACTUM

16.03. – 12.05.2021

Über die Ausstellung

Zwischen falschen Narrativen, selbstreflektierten Kunstobjekten und Mythen:

 

Kaja Clara Joo zeigt begleitend zu ihrer kinetischen Installation ARTE FACTUM in der MQ ART BOX eine Auswahl an Editionen und Werken in der Galerie. Allesamt entpuppen sich diese als Versatzstücke einer Spurensuche, welche dem Betrachter Einblicke einer größeren Erzählung offenbaren wollen.

Ort

Lobkowitzplatz 3 / Spiegelgasse 25, 1010 Wien

Künstler*innen

Ausgestellte Arbeiten

Kaja Clara Joo Extensio I

Kaja Clara Joo

Extensio I, 2021

35 x 35 cm

Fotoemulsion auf geschliffenem Aluminium in Stahlrahmen

Extensio I-X

 

Während der Produktion für die Skulptur ARTE FACTUM in der MQ ART BOX wurden 850 Latexstränge angefertigt. Der Produktionsrest, genau 85 Stränge, wurden danach 10 Mal abfotografiert und auf Aluminium belichtet. Zusammen ergeben alle Platten wiederum die Gesamtanzahl aller Bündel in der ART BOX.

Kaja Clara Joo

Kaja Clara Joo

Untitled (Sich aus dem Staube machend), 2020

140 x 120 cm

Pigmentprint in Rahmen mit Glas

Auf einem verlassenen Fabriksgelände wurde ein Quadrat aus Latex gegossen. Nach einer Trocknungszeit von 3 Monaten wurde dieses abgezogen. Einerseits nahm die Fläche die Details und den Staub des Fließenbodens mit, andererseits ist auch das verschiedenfarbige Bodenmuster darauf sichtbar. Durch die lange Trocknungszeit wurde das Material belichtet, da Latex bei hellen Untergründen anders aushärtet als bei dunklen. Die Fläche ist nun ein fotografischer Kontaktabzug des Bodens.

Kaja Clara Joo Interimsschnitt

Kaja Clara Joo

Interimsschnitt, 2019

165 x 110 cm

Pigmentprint/Alu Dibond, gerahmt

Das Bild „Interimsschnitt“ markiert einen essentiellen Wendepunkt im Arbeitsverfahren einer Skulptur.

 

Die Fotografie wirkt hierbei als Interventionsinstrument zur Erfassung und Abtastung von Materie. Zu sehen ist eine erste Testskulptur mitten in der Entwicklung eines Werkes.

 

Während die Kamera auf das Objekt gerichtet ist scheint ein eigener Prozess der Einschreibung in das Material stattzufinden, welches sich von jeglichem haptischen und taktilen Momentum losreisst. Das Abbild dessen emanzipiert sich zu einem eigenen Prozess und “Körper”.

Kaja Clara Joo Untitled

Kaja Clara Joo

Untitled (Alles muss versteckt sein), 2020

165 x 110 cm

Pigmentprint/Alu Dibond, gerahmt

Ein massiver, schimmernder Korpus scheint sich inmitten einer Betonarchitektur tarnen zu wollen. In diesem Moment trifft Sonnenlicht auf dessen Oberfläche. Die Aluminiumskulptur wird zu einem überdimensionalem Reflektor. Der Versuch, sich in seiner Umgebung zu verstecken, ist kläglich missglückt.

Kaja Clara Joo Distant Relatives Smolka Contemporary

Kaja Clara Joo

Distant Relatives, 2020

30 x 150 cm

Fotoemulsion auf getriebenem Aluminium

Mittels dem Handwerk des klassischen Metalltreibens wurde ein dünnes Alumniuiumblech in Form gehaut. Einer Landschaft oder Gestein ähnelnd bäumt es sich vor dem Betrachter auf. Seine dunkle Pattina ergibt sich durch den Einsatz von angeschwärzter, analoger Fotogelatine.

Kaja Clara Joo

Potenzialträger I, 2020

50 x 25 cm

Fotoemulsion auf geschliffenem Kupfer in Stahlrahmen

Potenzialträger I-V
 

Kupfer, das älteste von Menschen gefundene Metall, wird heutzutage in schmaler Normform bei Baumärkten verkauft. In diese Platten wurde mit analoger Fotoemulsion ein vermeintlich zusammengepferchtes Etwas belichtet. Einst das mächtigste Handelselement und nun klein und zusammengestaucht findet sich das Kupfer auf engstem Raum wieder.